Eine Berufung im Dienst aller Kirchen
Dirk Gevers eröffnete das Treffen mit einem Rückblick auf seinen Werdegang. Als Pastor der Presbyterianischen Kirche im Vereinigungsprozess des südlichen Afrikas war er im pastoralen Dienst tätig, bevor er 2007 zur Bibelgesellschaft Südafrikas wechselte. Nachdem er mehrere Jahre lang deren Leitung innegehabt hatte, wurde er im November 2022 zum Generalsekretär des Weltbundes der Bibelgesellschaften ernannt. Diese doppelte Erfahrung – sowohl im pastoralen als auch im biblischen Bereich – verleiht ihm ein tiefgreifendes Verständnis für die Vielfalt der Kirchen und deren Zusammenarbeit bei der Verbreitung der Heiligen Schrift.
Olivier Fleury erklärte, dass in jedem der rund 65 Länder, die JC2033 bisher besuchte, an den Treffen Vertreter der wichtigsten Kirchen, von Missionsbewegungen wie „Jugend mit einer Mission“, der Fokolar-Bewegung und „Alpha“ sowie der nationalen Bibelgesellschaften teilnahmen. Diese nehmen einen besonderen Platz ein, da sie naturgemäß mit den katholischen, orthodoxen, protestantischen, evangelikalen und pfingstlichen Kirchen zusammenarbeiten. Martin Hoegger, selbst ehemaliger Generalsekretär der Schweizer Bibelgesellschaft, erinnerte an die zahlreichen Besuche bei Bibelgesellschaften in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und in Asien, die es ermöglichten, die Vision von JC2033 vorzustellen und einen vielversprechenden Dialog zu eröffnen.
Den lebendigen Christus feiern
Dirk Gevers wollte daraufhin das von JC2033 verfolgte Ziel besser verstehen. Olivier Fleury stellte klar, dass es nicht nur darum gehe, eines historischen Ereignisses zu gedenken. Seit zwanzig Jahrhunderten feiern die Kirchen in ihren Gottesdiensten die Auferstehung Christi. Die Herausforderung bestehe heute darin, diesen Jahrestag zu einem sichtbaren Zeugnis für die ganze Welt zu machen.
Diese Feier beschränke sich daher nicht auf die üblichen Gottesdienste. Sie könne sehr unterschiedliche Formen annehmen: Märsche für Jesus, Festivals, soziale Aktionen, Konzerte, Nachbarschaftsessen, kulturelle Veranstaltungen oder lokale Initiativen, die an jedes Land angepasst sind. Es gehe nicht darum, ein einheitliches Modell vorzuschreiben, sondern Wege aufzuzeigen, die es jedem Volk ermöglichen, seine Dankbarkeit gegenüber dem auferstandenen Christus entsprechend seiner eigenen Kultur und seinen Möglichkeiten zum Ausdruck zu bringen.
Die Vision von JC2033 bestehe nicht darin, andere Organisationen zu lenken, sondern sie zu ermutigen, das einzubringen, was ihre eigene Berufung ausmache. Jede Kirche, jede Bewegung und jeder Dienst hat bereits eine Berufung von Gott erhalten. Die Frage sei also, welche besondere Gabe jeder Einzelne zu dieser weltweiten Feier beitragen kann.
Ein selbstverständlicher Beitrag der Bibelgesellschaften
Olivier Fleury stellte anschließend die drei „Grundpfeiler“ von JC2033 vor: die Einheit der Christen, das Zeugnis und das Fest. Die Bibelgesellschaften tragen bereits zu den ersten beiden bei, indem sie allen christlichen Familien durch ihre Arbeit der Übersetzung, Verbreitung und Aneignung der Heiligen Schrift dienen. Der dritte Aspekt, das Fest, eröffne neue Perspektiven.
Im Laufe des Gesprächs skizzierte Dirk Gevers mehrere konkrete Ansätze. Anstatt Gedenkbibeln herauszugeben, stellt er sich die Entwicklung von Programmen zur Bibelvermittlung vor, die sich auf die Auferstehung konzentrieren. Diese Materialien könnten den Kirchen helfen, ihr Verständnis der Evangelien zu vertiefen und gleichzeitig Menschen anzusprechen, die dem Glauben fernstehen, insbesondere die jüngeren Generationen.
Er ist der Ansicht, dass die Vision von JC2033 mit der der Weltbibelallianz übereinstimmt: „Die Bibel für alle“.* Das Ziel bestehe nicht nur darin, die Heilige Schrift zu verteilen, sondern jedem zu helfen, ihre Botschaft zu entdecken und danach zu leben. Dirk Gevers betonte zudem, dass die nächste Weltversammlung des Weltbundes der Bibelgesellschaften, das für etwa 2030 geplant ist, einen wichtigen Meilenstein darstellen könnte, um die Bibelgesellschaften im Hinblick auf das Jahr 2033 zu mobilisieren.
Ein Weg der Entscheidungsfindung
Abschließend begrüßte Dirk Gevers den Ansatz von JC2033. Er kündigte an, dass er diese Überlegungen seinem Strategieteam vorstellen würde, bevor er sie den Leitungsgremien der Weltbibelallianz vorlege. Beide Seiten vereinbarten, ihren Austausch fortzusetzen, um die am besten geeigneten Initiativen zu ermitteln.
Das Gespräch endete mit der gemeinsamen Überzeugung, dass eine Feier dieser Größenordnung nur dann Früchte tragen könne, wenn sie vom Heiligen Geist geleitet wird. Das Jubiläum 2033 bietet eine außergewöhnliche Gelegenheit, die Welt daran zu erinnern, dass Jesus Christus auferstanden ist, dass er weiterhin Menschen verwandelt und dass er die Christen in einer gemeinsamen Hoffnung vereint.
Martin Hoegger
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