In meinen Begegnungen mit Leitern von Kirchen, Bewegungen, Bildungseinrichtungen, sozialen Organisationen, Krankenhäusern, digitalen Initiativen und Befreiungsprojekten tauchte immer wieder dieselbe Frage auf: Wie können wir 2033 nicht nur zu einem Datum zum Feiern machen, sondern zu einem Weg der Umkehr, der Einheit und des Zeugnisses im spezifischen Kontext Pakistans?
Die zehn Artikel zeichnen ein kontrastreiches Bild: ein herzlicher Empfang durch die Gemeinden, ein starkes Engagement für die Jugendbildung, Sorge um die Ärmsten, das Streben nach Einheit zwischen den Konfessionen, die Entwicklung neuer Instrumente (von digitalen Technologien bis hin zu Selbsthilfegruppen) und die ständige Verkündigung der Auferstehung inmitten einer überwiegend muslimischen Gesellschaft. Diese Reise ist mehr als nur ein Bericht; sie erweist sich als eine Zeit gemeinsamer Besinnung, in der der Heilige Geist bereits eine reiche Ernte vorbereitet hat.
1. Ein überraschender erster Tag in Lahore
Dieser erste Tag offenbart ein herzliches und entschlossenes christliches Pakistan. Der späte Empfang (um 2:30 Uhr!) durch Vertreter der Presbyterianischen (Reformierten) Kirche und des Nationalen Kirchenrats zeugt von einem Gefühl der Verbundenheit. Im Hauptquartier des Nationalen Kirchenrats begrüßte uns Obaid Khokhar, Generalsekretär des Rates. Die Gespräche mit ihm verdeutlichten die Spannungen zwischen städtischer Bildung und ländlicher Armut. Anschließend besuchten wir die Ökumenische Kommission für menschliche Entwicklung, die ein konkretes Engagement für Gerechtigkeit und die Schwächsten der Gesellschaft bekundete. Gemeinsam mit der Bibellese-Liga freuten wir uns über den wachsenden Glauben junger Menschen. Der Tag schloss mit einem lebendigen Gottesdienst in einer presbyterianischen Kirche in Lahore, der ganz im Zeichen der Freude über den auferstandenen Christus stand.
2. Besuch der Presbyterianischen Kirche Pakistans
Auf der Generalversammlung der Presbyterianischen Kirche von Pakistan in Gujranwala stellten wir die Initiative JC2033 als Aufruf zur Einheit vor. Olivier veranschaulichte dies mit dem Bild der fünf Flüsse des Punjab, die zum Meer hin zusammenfließen. Ich überbrachte eine Solidaritätsbotschaft der Schweizer Reformierten Kirche und reflektierte über Lukas 15 und lud alle ein, dem Jahr 2033 in Buße und Ausdauer entgegenzugehen. Am folgenden Tag predigte ich auf Einladung von Pastor Reuben Qamar, dem Moderator dieser Gemeinde, in Lahore über die Geschichte von Emmaus und rief zum Vertrauen inmitten von Prüfungen auf.
3. Gujranwala: Die Zukunft gestalten und Spaltungen überwinden
In Gujranwala offenbarte das Christliche Technische Zentrum eine Gemeinde, die sich der Berufsausbildung benachteiligter Jugendlicher verschrieben hat und jenen ohne Ressourcen eine konkrete Zukunftsperspektive bietet. Die benachbarte theologische Fakultät bildet engagierte, missionsbewusste Pastoren aus. Das Treffen mit presbyterianischen Führungskräften eröffnete einen bewegenden Moment: den Ausdruck des echten Wunsches nach Versöhnung zwischen den vier Zweigen dieser gespaltenen Kirche. Geleitet von der Vision von JC2033 zeigte dieser Tag die Möglichkeit eines Weges zur Einheit auf, gegründet auf Demut, Buße und dem Willen, in einem herausfordernden Umfeld gemeinsam Zeugnis für Christus abzulegen.
4. Treffen mit Pfingstkirchen in Lahore
In Lahore demonstrierten der Besuch des Full Gospel Seminary und seines Direktors Liaqat M. Qaisar sowie die Gespräche mit den Assemblies of God den missionarischen Eifer der Pfingstler. Die Studenten, die sich intensiv mit der Offenbarung des Johannes auseinandersetzten, nahmen unsere Zeugnisse über den lebendigen Christus, der sich auch heute noch offenbart, begeistert auf. Die Gespräche zwischen Pfingstlern und Vertretern des Nationalen Kirchenrats konzentrierten sich auf die interkonfessionelle Zusammenarbeit zur Vorbereitung auf das Jahr 2033 und zur Entwicklung einer nationalen Strategie. Ein bewegender Moment war das Gebet für ein Pastorenehepaar in Not.
5. Ein Appell an die Pfingstkirchen in Pakistans
Oliviers Gespräch mit den Pfingstlern hob sowohl deren missionarische Dynamik als auch die Gefahr einer unbeabsichtigten Isolation aufgrund ihres rasanten Wachstums hervor. Im Gespräch über das MM33-Projekt zur Gründung von einer Million Gemeinden ermutigte er sie, ihrer Berufung treu zu bleiben und gleichzeitig eine umfassendere Vision zu verfolgen: die gemeinsame Verkündigung der Auferstehung im Jahr 2033. Er rief dazu auf, lähmende Ängste zu überwinden und allen Kirchen des Landes geistliche Partner zu bleiben. Seine Botschaft betonte die Verantwortung, jeden Einwohner Pakistans in Demut, Einheit und Mission zu erreichen.
6. Christliche Bewegungen auf dem Weg ins Jahr 2033
Unsere Begegnungen mit verschiedenen kirchlichen Bewegungen offenbaren die kreative Vielfalt des Christentums in Pakistan. Die Bibelgesellschaft reflektiert ihre Rolle bei den nationalen Feierlichkeiten zur Auferstehung. Bibelgruppen betonen die Bedeutung von Kleingruppen und Jüngerschaft. Die Fokolar-Bewegung verkörpert eine gelebte, offene und brüderliche Einheit zwischen den Konfessionen. „Jugend mit einer Mission“ und die Billy-Graham-Vereinigung heben die Notwendigkeit kulturell angemessener Instrumente hervor. Durch diese Bewegungen entsteht der Wunsch, gemeinsam auf das Jahr 2033 hinzuarbeiten.
7. Ein christliches Krankenhaus in Taxila: Erinnerung, Glaube und Dienst
In Taxila bezeugt das christliche Krankenhaus gelebten Glauben. Wir waren zum schlichten, aber ergreifenden Morgengottesdienst eingeladen, in dem ich die Bedeutung des Dienstes an den „Geringsten unserer Brüder und Schwestern“ bekräftigte. Der Direktor, Dr. Nadeem David, sprach über die Mission des Krankenhauses in einem Kontext, in dem der öffentliche Ausdruck des Glaubens nach wie vor ein sensibles Thema ist. Das Denkmal für die vier im Jahr 2002 getöteten Frauen berührte uns tief: Es verankert die Erinnerung an das Martyrium im Alltag dieses Ortes der Fürsorge. Die jüngsten Gewalttaten erinnerten uns an die Verletzlichkeit des christlichen Glaubens. Doch die Beharrlichkeit der Mitarbeiter zeugt von unerschütterlicher Treue zu Christus. Das Krankenhaus wird zu einem Zeichen der Hoffnung für eine Kirche in Not.
8. Pakistan Partnership Initiative: Befreiung und Zusammenkunft
Das Treffen mit Ashraf Mall, dem Direktor der PPI, offenbart eine erschütternde Einschätzung des Zustands der Kirche und der extremen Armut. Indem seine Organisation Tausende von Familien befreite, die in Ziegeleien versklavt waren, schenkt sie ihnen Würde und eine Zukunft. Selbsthilfegruppen stärken die finanzielle Widerstandsfähigkeit und die Gemeinschaft. Die PPI unterstützt zahlreiche Organisationen und baut ökumenische Brücken. Sie ist zudem besorgt über die Abwanderung junger Christen und reflektiert über die sozialen Ursachen dieser Entwicklung. Der Blick auf das Jahr 2033 eröffnet eine neue Perspektive: die Vorstellung eines Volkes, das von der Sklaverei befreit ist und die Auferstehung feiert.
9. Ein Unternehmer, berufen, dem Evangelium zu dienen
Kashiv Josephs Geschichte erzählt von einer radikalen Wandlung: Vom erfolgreichen, selbstbewussten Manager wurde er zum Diener Christi, geprägt durch eine wundersame Heilung. Nach Jahren der Entbehrung und des Gebets schloss er sich Media Impact International an, überzeugt davon, dass digitale Medien Millionen von Menschen erreichen können. Sein Team produziert Inhalte, begleitet Suchende und unterstützt Gemeinden. Diese Berufung passt gut zum Jahr 2033, das er als einzigartige Chance sieht, die Auferstehung in einem jungen und vernetzten Land in großem Umfang zu verkünden.
10. Rawalpindi und Islamabad: Eine Kirche in Bewegung
Treffen in Rawalpindi und Islamabad zeigen eine strukturierte Kirche, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Wir treffen Ikbal Khokhar, Präsident der Evangelischen Allianz, der erklärt, dass diese Gemeinden schult und unterstützt.
In Islamabad freuten wir uns sehr, Sharoon Sarfraz, den JC2033-Botschafter, wiederzusehen. Er hat technologische Initiativen wie PS91 ins Leben gerufen, die Unterstützung und Schutz vor Verfolgung bieten. Der Direktor des Kirchenrats, Samson Sohail, präsentierte uns eine strukturierte Vision von Leitung und Mission. Gemeinsam mit zwölf Pastoren beteten wir für Einheit, Mission und die Vorbereitung auf das Jahr 2033. Es war ein sehr bewegender Moment, insbesondere da vier Tage später einer der Pastoren ermordet wurde. Diese Erfahrungen offenbarten ein zwar kleines, aber zutiefst widerstandsfähiges Christentum, das in der Osterhoffnung verwurzelt ist.
Fazit
Am Ende dieser Reise erkannten wir, dass die Kirche in Pakistan, obwohl sie eine Minderheit und oft verletzlich ist, ein reiches und wertvolles Zeugnis für die weltweite christliche Familie ablegt. Durch Gebet und Beharrlichkeit, das Gedenken an die Märtyrer und soziales Engagement beweist sie eine beeindruckende Treue.
Die Aussicht auf das Jahr 2033 wirkt als stiller, aber kraftvoller Katalysator und hilft jedem von uns, unsere Mission im Lichte der Auferstehung Christi neu zu überdenken.
Dieser Weg ist weder einfach noch triumphalistisch. Er erfordert ein tiefes Bewusstsein für Grenzen, Armut und Gefahren, wird aber von einer Hoffnung getragen, die Fatalismus ablehnt. Wenn Christus zum 2000. Jahrestag seiner Auferstehung ein „Geschenk“ dargebracht werden soll, wird es zweifellos die Form einer geeinteren Kirche annehmen, die den Armen nähersteht und mutiger Zeugnis ablegt.
Der Besuch in Pakistan deutet darauf hin, dass dieser Weg bereits beschritten wird.
Von Martin Hoegger
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